Naturpark Blockheide, © titantina

Mystik in der Blockheide

Blogbeitrag - Juli 2020

Auf zu den Wackelsteinen

An einem wunderschönen Sommertag geht es für uns in das Waldviertel, zum Naturpark Blockheide in Gmünd Eibenstein. Das Landschaftsschutzgebiet ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Nicht nur wegen seiner sagenumwobenen, legendären Wackelsteine, sondern auch wegen seiner idyllischen Lage im oberen Waldviertel. Nahe der tschechischen Grenze erstreckt sich seit 1964 der Naturpark mit seinen beeindruckenden Felsformationen auf einer Fläche von 106 Hektar.
Nach einer guten Stunde Fahrtzeit von Krems kommend peilen wir einen der 4 Eingänge an, der den Hauptattraktionen des Naturparks am Nächsten liegt. Der kleine Parkplatz vor dem Eingang Eibenstein befindet sich gegenüber einer Wasserbüffelweide, in unmittelbarer Nähe der Lainsitz. Die idyllisch gelegene Lainsitz zählt zu einer der letzten naturbelassenen Flusslandschaften Österreichs.

Unsere Wegstrecke

In Kürze werden wir erfahren, was es mit dem Teufelsbett, dem Pilzstein, den Koboldsteinen und vielen anderen Naturdenkmälern aus Granit auf sich hat. Der Weg zum Zentrum des Nationalparks ist umgeben von atemberaubenden blühenden Königskerzenfeldern, saftig grünen Wiesen und bunten Sommerblumen. Natur pur! Im Zentrum befinden sich der legendäre, beinahe 30m hohe Aussichtsturm aus Holz und das Schutzhaus. Am Anfang der Wegstrecke ist ein Wegweiser, der uns darauf hinweist, dass wir uns auf dem Marienkäferweg mit einer Weglänge von 5,6km befinden. Er ist Teil des Wandernetzes des Naturparks, welches sich aus vier unterschiedlichen Themenwanderwegen zusammensetzt. Die GranitkultTOUR mit einer Weglänge von 2,9km gibt Einblick in die Geschichte der Steinverarbeitung in dieser Region und zeigt die vielfältige Verwendung von Granit und Gneis. Die MythologieTOUR widmet sich auf 3,5 Kilometern den sagenumwobenen Steingebilden und der Märchengrotte. Die Vielfalt der Waldviertler Kulturlandschaft lässt sich am besten auf den unzähligen Wald-und Wiesenwegen der 2,8km langen LandschaftskulTOUR erleben.

Da wir flexibel bleiben möchten und unseren Aufenthalt mit unseren 3 Kindern abstimmen, entscheiden wir uns für eine Kombination des Marienkäferwegs und der MythologieTOUR - ein kleinkindertauglicher Rundwanderweg, der an den beliebtesten Attraktionen vorbeiführt.

Wir starten mit der Teilstrecke des Marienkäferweges bis zum Schullerstein und dem Teufelsbett. Danach führt uns unsere individuelle Route am Christophorus-Stein vorbei bis hin zu den Mondteichen im östlichen Bereich des Areals. Im Anschluss wandern wir die MythologieTOUR entlang, bis wir erneut beim Aussichtsturm landen.
Auf der sogenannten „Gmündner Höhe“, dem höchst gelegenen Punkt der Blockheide, erspähen wir bereits nach wenigen Minuten Gehzeit den, hoch in die Wipfel der Bäume ragenden, Aussichtsturm. Doch bevor wir den schwindelerregenden Aufstieg wagen, erkunden wir die beinahe skandinavisch anmutende Landschaft. Die Anhöhe wird von unzähligen Granitblöcken durchzogen, die die Kinder voll und ganz in ihren Bann gezogen haben. Es wird geklettert, Hindernisse werden überwunden und Heidelbeeren werden genascht. Hier kann man hautnah erleben, warum sich um diese urtümliche Landschaft derart viele Sagen und Mythen ranken. Ergattert man ein abseits gelegenes Plätzchen, so wirkt hier alles geheimnisvoll und verwunschen. Die einzigartigen Felsformationen beflügeln nicht nur die Fantasie der Kinder, sie wecken sowohl Entdeckergeist als auch Forscherdrang bei Groß und Klein!

Ein Schild am Picknickplatz deutet darauf hin, dass es sich bei der sonderbaren Gruppierung der buckeligen Steine um die sagenumwobenen Koboldsteine handelt. Der „Picknickplatz für Riesen und Zwerge“ wartet mit zahlreichen Bänken und Tischen auf, die zu einer Rast einladen. Auf dieser Anhöhe wurde auch eine Grillstation für SelbstversorgerInnen eingerichtet. Neben dem Schutzhaus, einem urigen Gasthaus, welches mit regionalen und saisonalen Spezialitäten wie dem Waldviertler Karpfen aufwartet, befindet sich der Naturkinderspielplatz mit Steinlabyrinth. Ein Blick zu unseren Kindern genügt: hier beim Erklimmen von Felsen fühlen sie sich wohl, und ich bin überrascht, dass wir seit langem erstmals keine Beschwerden á la „wie lange müssen wir noch gehen“ vernehmen!

Der Aussichtsturm

Der Eingang zur Aussichtswarte führt durch das Informationszentrum mit integriertem, kleinen Shop. Die Erlebnisausstellung „Die Geburt der Wackelsteine“ gibt Einblick in die Zeigeschichte und die Entstehung der Wackelsteine. Wir erfahren, dass die Felsblöcke, die sogenannten „Reiflinge“ durch Verwitterung entstanden sind. Die Ausstellung nimmt zudem Bezug zu den Anfängen des Nationalparks und seinen Gründern, sowie zu Carl Hermann, dem Erschaffer des Wahrzeichens der Blockheide, dem sagenumwobenen „Heidemännlein“. Auf knapp 30 Metern Höhe kann man einen schwindelerregenden Blick weit über die Baumwipfel genießen, der bis über die Flußlandschaft hinweg reicht.

Feuchtwiesen und Teichlandschaften

Unser Weg führt uns vorbei an der Hubertuskapelle hinab zum Blockheideteich. Der naturbelassene Teich, der u.a. von Wildkarpfen, Fröschen und Libellen bevölkert wird, ist eine wahre Augenweide. Ein perfekter Ort um die Seele baumeln zu lassen. Er ist von einem Seerosenteppich überzogen und von Felsen übersät, die wie Schildkrötenpanzer aus dem Wasser ragen.

Über das östliche Ufer gelangen wir zu den Feuchtwiesen, die sich weitflächig bis hin zum östlichen Teil des Parks erstrecken. Rosa leuchtende Farbtupfer in Form von Steinnelken durchziehen die Feuchtwiesen. Der Großteil dieser Etappe ist von Feuchtbiotopen bestehend aus Tümpeln und Wassermulden bedeckt und stellt ein natürliches Wasserreservoir dar. Die ausgiebigen Niederschläge der letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Saisonbedingt kann es daher wie an dem heutigen Tag zu einer Invasion von Gelsen kommen.

Über Stock und Stein

Der südöstliche Bereich des Naturparks ist durch ein Wegnetz bestehend aus schattigen, von Wurzeln und Steinen übersäten Waldpfaden durchdrungen. Sie sind im Vergleich zur gut besuchten „Gmündner Höhe“ viel ruhiger gelegen und weniger gut besucht als die Hauptattraktionen. Nach einer Rast beim Schullerstein und dem legendären Teufelsbett wandern wir weiter Richtung Mondteiche. Der monströse Christophorus-Stein überrascht uns aufgrund seiner stattlichen Größe und der Einzigartigkeit seiner Formation. Er ist mit Moos überzogen und dient uns als Schattenspender an diesem heißen Sommertag.
Vier gemütliche Stunden nach Ankunft an der Blockheide erreichen wir die Mondteiche. Zwei kleine von Felsen gesäumte Teiche gruppieren sich hier zu einem idyllischen Plätzchen inmitten des Waldes. Ein wahres Paradies für NaturliebhaberInnen!
Bei der Weggabelung des Schutzhauses schlagen wir die Route der MythologieTOUR ein, bis wir erneut beim Blockheideteich landen und retour zum Eingang Eibenstein marschieren.

Unser Fazit

Der Naturpark Blockheide Gmünd-Eibenstein ist unser absoluter Favorit unter den naturnahen, familienfreundlichen Ausflugszielen der Niederösterreich-Card. Seine abwechslungsreiche, naturbelassene Landschaft ist einzigartig und ein Muss für NaturliebhaberInnen jeden Alters. Die Blockheide bietet eine Bandbreite an Touren und lässt auch Kombinationsmöglichkeiten offen, so kann die Wegstrecke nach Lust und Laune individuell gestaltet werden. Der Naturpark kann immer wieder neu erforscht werden und bei jedem weiteren Besuch tun sich neue verborgene Plätzchen und Naturschönheiten auf.

Tipps

Anreise: 

Mit dem Auto: von Krems 70 min - Krems B37 bis Rastenfeld und weiter auf L68 bis Gmünd

Öffentliche Verkehrsmittel: von Absdorf/Hippersdorf mit dem Regionalzug Richtung Ceske Velenice (ca. 1h 37min)
von Groß Gerungs bis Gmünd mit der nostalgischen Waldviertelbahn 

Mitbringen: festes Schuhwerk,  Picknickdecke, Sonnenschutz, Gelsenspray, Verpflegung (optional), Sonnenschutz , geländetauglicher Kinderwagen/Trage

Gastronomie:
Schutzhaus Blockheide

Gasthäuser der Niederösterreichischen Wirtshauskultur:
Stadtwirtshaus Hopferl
WIRTShaus HIRSCH delikatESSEN

Autor/in

Tina, © titantina

Tina

Tina ist naturliebende und kreative 3-fach Mama aus Niederösterreich und bloggt seit 2009 über Family Life, DIY, Upcycling und Reisen. Ihr Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und Green Lifestyle. Unter dem Motto „Less is more“ hält sie authentische, natürliche Momente des Familienlebens dokumentarisch und detailverliebt fest!

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