Sumpfschildkröten im SchlossORTH Nationalparkzentrum, © Malinowsky

Entdeckungsreise durch den Nationalpark Donauauen

Blogbeitrag - Oktober 2020

Wir möchten die letzten Sonnentage noch richtig auskosten und wo kann man das besser als in einem Nationalpark? Da stehen wir also voller Vorfreude - vor dem SchlossORTH Nationalpark-Zentrum der Donauauen und dem MuseumORTH. An der Kassa angekommen holen wir uns mit der Niederösterreich-CARD unsere kostenlosen Tickets und werden herzlich begrüßt. Die Dame an der Kassa erklärt uns wo, welche Ausstellung zu finden ist, wann unsere Führung beginnt und was wir in der Zwischenzeit noch machen können. Wir schauen uns noch einen Film über die Donauauen an und werden anschließend schon von Rangerin Eva für unsere Führung abgeholt.

Führung durch die Donauauen

Die Rangerin ist so unglaublich begeistert von den Donauauen und allem was damit zu tun hat, dass uns ihre Begeisterung sofort ansteckt. Sie erzählt uns warum das SchlossORTH nicht so prunkvoll wie die anderen Schlösser der Region ist und gibt uns einen kurzen aber sehr informativen Einblick in die Geschichte des Gebäudes.

Anschließend zeigt sie uns die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen. Wir stehen auf einer kleinen Holzbrücke, unter uns liegen bunte Blätter und viel Geäst. Normalerweise sollte hier, durch den sogenannten Fadenbach, Wasser fließen.

Früher war es eine Seltenheit, wenn kein Wasser durch den Bach geflossen ist. Heute ist es eine Seltenheit wenn eins durchfließt.

Rangerin Eva

Wir gehen weiter zur Schlossinsel, ein Areal mit vielen Erlebnisstationen, die vor allem für Kinder unterhaltsam sind. Hier erwarten uns Schafe, Ziesel, Sumpfschildkröten, verschiedene Natter-Arten, Frösche und ein großer, wunderschöner Fischteich. Idyllischer geht es fast nicht mehr. Ich könnte Stunden hier verbringen. Die Schlossinsel wird von Bäumen eingekreist, die in ihrer herbstlichen Farbenpracht regelrecht strahlen. Auf vielen kleinen Tafeln können wir uns erkundigen welche Pflanze wo ihren Platz hat. Das größte Highlight für uns ist die Unterwasserstation. Wir folgen dem unterirdischen Weg und gelangen in einen Raum direkt unter dem Fischteich. Wie angewurzelt stehen wir vor dem riesigen Schaufenster, das uns in die Unterwasserwelt der Fische eintauchen lässt. Wir können unsere Blicke nicht mehr losreißen.

Nun machen wir uns auf den Weg in die Donauauen höchstpersönlich. Das Schöne an der Führung mit der Rangerin ist, dass wir Eindrücke gewinnen, die wir als Laien gar nicht aufgefasst hätten. Dinge, die uns nicht aufgefallen wären, hätte man uns nicht darauf aufmerksam gemacht. Am stärksten ist mir das aufgefallen, als uns die Rangerin einen sterbenden Baum zeigt und uns ertasten lässt wie viel Leben daraus wieder entsteht. Es ist faszinierend wie alles in der Natur zusammenspielt, wie jeder Organismus Teil eines Weiteren ist und sich alles gegenseitig unterstützt.

Nach 1,5 Stunden ist die Führung beendet und unsere Erwartungen weit übertroffen. All die neuen Informationen und Einblicke inspirieren und stärken unsere Naturverbundenheit so sehr, dass wir direkt noch eine kleine Wanderung anhängen. Hier könnt ihr alles darüber nachlesen: Orth/Donau Rundweg
Ein paar Eindrücke aber schon vorab:

MuseumORTH

Nach unserer Wanderung wird es ziemlich windig und wir freuen uns, dass wir uns die Ausstellungen drinnen im Warmen anschauen können. Das diesjährige Museumsjahr thematisiert „500 Jahre Niklas Graf Salm Orth“. Es handelt sich dabei um einen der damaligen Besitzer des Schlosses Orth. Diesbezüglich wird das Leben und Wirken des Feld,- Schloss- und Renaissance-Bauherrn ausgestellt. Außerdem stellen die Künstler Götz Bury und Heimo Wallner unter der Ausstellungsreihe „Alltagkultur und Gegenwartskunst“ ihre Werke aus und greifen so humorvoll und dennoch kritisch die Thematik Herrschaftssymbole und Heldenverehrung auf. Die Dauerausstellung „Renaissance-Juwel SchlossORTH“ zeigt 500 Jahre alten Bauschmuck von SchlossORTH wie beispielsweise das Orther Portal. Es gibt noch weitere Ausstellungen: Das Leben mit dem Fluss, 130 Jahre Schutzdamm und die Seeadler-Ausstellung. Eine interessanter als die andere, informativ und interessant aufgearbeitet. Einmal sieht man einen riesigen nachgebauten Horst eines Storches, dann eine Fotogalerie vom Leben am Fluss. Egal ob naturverbunden, kunstinteressiert, technisch oder archäologisch interessiert - hier ist für jeden etwas dabei.  

Fazit

Unser Fazit des heutigen Ausflugs ist eindeutig: Wir kommen wieder!
Die Führung war einzigartig, interessant und mitreißend. Das ganze Areal des SchlossORTH lädt zum Verweilen, Entdecken und Informieren ein. Egal ob drinnen im MuseumORTH oder draußen auf der Schlossinsel, überall werden unserer Erwartungen übertroffen. Die Wanderung durch die Donauauen war das I-Tüpfelchen des Ausflugs. Einen besseren Herbsttag kann ich mir gar nicht vorstellen. Ein Ausflug ins SchlossORTH Nationalparkzentrum ist die perfekte Kombination aus Information, Natur und Spaß!

Tipps

Es gibt kostenlose Parkplätze direkt neben dem Schloss.

Öffentliche Anreise: 
Von Wien Praterstern kann man mit der U2 bis zur Haltestelle "Wien Aspernstraße" fahren. Von dort kann man mit dem Bus 391 bis zur Haltestelle "Orth/Donau Schloss" fahren und ist direkt beim Ausflugsziel angekommen.

Mitbringen:
Festes Schuhwerk
Kleidung, die dreckig werden darf
Jause und Getränke (es gibt aber auch einen Kaffee- und Getränkeautomaten)

Für Familien mit Kindern absolut empfehlenswert!
Rätselrallye
Spielstationen
Infotafeln, die spielerisch das Leben in den Donauauen erklären

Ersparnis

SchlossORTH: 11 € 
MuseumORTH: 9,90 €
Da wir zu zweit unterwegs waren konnten wir uns mit der Niederösterreich-CARD 41,80 € sparen!

Autor/in

Nadja, © Malinowsky

Nadja

Am wohlsten fühlt sich Nadja in der Natur, wenn sie auf Entdeckungsreise ist. Ausflugsziele mit Wanderungen, Radtouren oder Spaziergängen zu verbinden macht ihr am meisten Spaß. Mit der CARD besucht sie gerne Ausflugsziele, die sie sonst gar nicht am Schirm gehabt hätte und lässt sich so immer wieder gerne überraschen.